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Rückblick

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Ihr seit das Salz der Erde Ihr seit das Salz der Erde

Was ist die Aufgabe von Kirche?

Welche Wege sollen wir einschlagen?
Was ist meine Aufgabe als Pfarrerin?
Welche Schwerpunkte möchte ich in den
nächsten Jahren in meiner Arbeit setzen?
Was kann ich in dieser Gemeinde bewegen?
Wo ist mein Platz?

Diese und noch viele andere Fragen haben mich bewegt, als ich im August meinen Studienurlaub antrat.
Ich wollte Antworten für mich finden, möglichst konkrete und weil hinter all diesen Fragen für mich
vor allem die Fragen nach unserer Verantwortung für den Umgang mit der Schöpfung und für die Gestaltung
von Gesellschaft stehen, habe ich im Zentrum für Gesellschaftliche Verantwortung nach Antworten gesucht.
Meine Mentorin, Fr. Dr. Brigitte Bertelmann, verstand sehr schnell, was mir wichtig war, und sie brachte
mich mit Gruppierungen und Menschen in Kontakt, die sich bereits auf den Weg gemacht haben, Verantwortung
wahrzunehmen und/oder Gesellschaft zu gestalten. Bei all diesen Begegnungen hat es mich tief beeindruckt
zu erleben, wie ein gemeinsames Interesse oder Ziel Menschen unterschiedlichster Herkunft, Überzeugung,
Prägung oder Konfession an einen Tisch brachte, wie respektvoll der Umgang miteinander war, auch in
kontroversen Diskussionen.

„Netzwerke“ nennt man so etwas heute – aber es sind keine Computernetzwerke, sondern wirkliche Begegnungen,
von Mensch zu Mensch; Menschen, die sich für ein Interesse/ein Ziel miteinander verknüpfen; jede/r bringt
seine Fähigkeiten mit ein, sein Wissen, seine Ideen, seine Zeit, seine Möglichkeiten.
Nach dem alten Motto „Gemeinsam sind wir stark“ werden so viele Dinge in Kirche und Gesellschaft bewegt.
Es hat mir Mut gemacht, das zu sehen und in mir die Gewissheit reifen lassen, dass ich mich auf diesen
Weg machen möchte. Ein Gespräch mit Fr. Dr. Bertelmann brachte für mich weitere Klärung als sie sagte:
„Jesus hat gesagt, dass wir das Salz der Erde sein sollen. Aber Salz ist nicht nur Würze,
Salz kann auch brennen, vor allem dann, wenn es in Wunden kommt.“

Den gleichen Gedanken habe ich nur wenige Tage später in einem Buch des Theologen Prof. H. Thielicke gelesen,
so als sollte er mir noch einmal begegnen. Salz der Erde sollen wir sein, als Kirche.
Die frohe Botschaft verkünden, die Botschaft der Liebe, ohne zu verschweigen,
dass diese Botschaft die Aufforderung zur Nachfolge beinhaltet und uns damit in die
Verantwortung ruft, unsere Welt aktiv zu gestalten.

Nach drei Monaten mit vielen Gesprächen und Begegnungen, mit viel Fachliteratur, Ruhe und Zeit,
habe ich einige Antworten für mich gefunden.

Nun freue ich mich darauf, wieder in der Gemeinde zu arbeiten,
freue mich auf Begegnungen mit Ihnen und hoffe sehr, dass
ich das, was ich mir in den drei Monaten
erarbeitet habe/bzw. was mir geschenkt wurde, in meiner
Arbeit für die Gemeinde fruchtbar machen kann.

Anja Bode